31. Mai 2014

Brusttumoren / Mammakarzinome / Brustkrebs - Eierstockschutz


Brusttumoren / Mammakarzinome / Brustkrebs

In einer Phase III-Studie (POEMS), die auf dem diesjährigen ASCO-Kongreß vorgestellt wurde, wurde geprüft, ob die Hinzunahme einer Eierstockhemmung durch ein sog. LHRH-Analogon (Goserelin) zur adjuvanten Chemotherapie die Eierstockfunktion schützen kann. Eingeschlossen wurden prämenopausale Patientinnen mit hormonrezeptornegativem Mammakarzinom. Die Studie zeigte, dass die Hinzunahme von Goserelin zur Chemotherapie zu einem besseren Erhalt der Hormon-/Eierstockfunktion und zu mehr Schwangerschaften nach der Chemotherapie führt als mit alleiniger Chemotherapie zu beobachten war.

Moore CF et al., J Clin Oncol 32 / ASCO Kongreß 2014 (LBA505)

Brustkrebs / Mammakarzinome - Bisphosphonate - OPTIMIZE-2 Studie


Brustkrebs / Mammakarzinome

In der sog. OPTIMIZE-2 Studie wurde geprüft, ob die Häufigkeit der Gabe von Bisphosponaten (Zoledronsäure) bei Patientinnen mit Mammakarzinom und Knochenmetastasen (ossäre Metastasen) verringert werden kann, ohne dass die Häufigkeit von Knochen-/Skelettkomplikationen zunimmt. Bisheriger Therapiestandard ist es, Bisphosphonate wie Zoledronsäure bei Nachweis von Knochenmetastasen alle 4 Wochen als Infusion zu verabreichen. In der OPTIMIZE-2 Studie wurde nach etwa 1-jähriger Therapie mit monatlichen Bisphosphonatgaben per Zufall (randomisiert) entschieden, die Behandlung entweder monatlich oder 3-monatlich fortzusetzen. Dabei fanden sich keine statistisch signifikanten Unterschiede im Hinblick auf die Häufigkeit von Skelettkomplikationen oder die Zeitdauer bis zum Auftreten dieser Komplikationen. Die Häufigkeit von Nierenfunktionsstörungen und Kieferosteonekrosen war im Behandlungsarm mit quartalsweiser Zoledronsäure-Gabe ebenfalls geringer als bei monatlicher Therapie. Diese Studie hat unmittelbare Konsequenz für die derzeitige Bisphosphonattherapie bei Patientinnen mit ossär metastasiertem Brustkrebs. Ob diese Ergebnisse auch auf anderen Tumoren übertragbar sind, ist derzeit unklar.

Hortobagyi GN et al., J Clin Oncol 32: 5s, 2014 / ASCO Kongreß 2014; LBA9500

Speiseröhrenkrebs / Ösophaguskarzinome


Speiseröhrenkrebs / Ösophaguskarzinome

Bei Patienten mit nicht-operablem Ösophaguskarzinom wurden 2 unterschiedlichen Chemotherapien in Kombination mit Strahlentherapie verglichen: Cisplatin+5-Fluorouracil oder Oxaliplatin+5-Fluorouracil (FOLFOX). Beide Therapien zeigten vergleichbare Ergebnisse hinsichtlich der Tumorkontrolle. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Kombination von Strahlentherapie mit FOLFOX eine sinnvolle Alternative bei Patienten darstellt, bei denen eine Therapie mit Cisplatin-haltiger Therapie aufgrund möglicher Nebenwirkungen nicht in Betracht kommt.
 

Conroy T et al., Lancet Oncol 2014 (online, advance publication)

Castleman Disease (multizentrisches Castleman Disease [MCD])

Castleman Disease (multizentrisches Castleman Disease [MCD])

Der Antikörper Siltuximab (ein Antikörper gegen Interleukin-6) wurde nun erstmals für die sehr seltene Castleman-Erkrankung zur Zulassung empfohlen. Castleman Erkrankungen sind seltene Erkrankungen mit einer Vergrößerung von Lymphknoten, Vermehrung von lymphatischen Zellen, die mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität einhergehen können. In einer Plazebo-kontrollierten Studie wurde bei einem Drittel der Patienten eine Symptomverbesserung durch Siltuximab erreicht.


Wong RS et al. Blood 2013 122:505, ASH Congress 2013

Operationen / Lebermetastasen-Operationen bei Patienten mit Dickdarmtumoren (kolorektalen Karzinomen und zusätzlichen Metastasen außerhalb der Leber


Operationen / Lebermetastasen-Operationen bei Patienten mit Dickdarmtumoren (kolorektalen Karzinomen und zusätzlichen Metastasen außerhalb der Leber


Patienten mit Dickdarmtumoren / kolorektalen Karzinomen entwickeln nicht nur Rückfälle in der Leber sondern auch in anderen Organen (extrahepatisch). Während bekannt ist, dass sich eine Operation/Resektion von Lebermetastasen, sofern möglich, günstig auf die Lebenserwartung auswirken kann, war bislang unklar, ob eine Lebermetastasen-Operation auch dann sinnvoll sein kann, wenn noch andere Organmetastasen vorliegen. In einer retrospektiven Analyse wurde diese Frage nun untersucht. Ergebnis dieser Untersuchung ist, dass die Operation von Lebermetastasen auch bei Patienten mit extrahepatischen Metastasen mit einer langen Lebenserwartung einhergehen kann, so dass ein solches Vorgehen im Einzelfall sinnvoll sein kann.


Hwang M et al., Eur J Cancer 2014, April 21 (online; ahead of publication)

Tumoren des Dickdarms/Enddarms / Kolorektale Karzinome

Tumoren des Dickdarms/Enddarms / Kolorektale Karzinome


Die EGFR-Hemmstoffe (EGFR-Inhibitoren) Cetuximab und Panitumumab werden bei der Behandlung von Patienten mit kolorektalen Karzinomen und ras-Wildtyp eingesetzt. Unklar war bisher, ob sich Wirksamkeitsunterschiede zwischen beiden Substanzen ergeben. In einer Studie (ASPECCT) an über 1000 Patienten, die eine Therapie mit 5-Fluorouracil (5-FU), Oxaliplatin und/oder Irinotecan erhalten hatten, wurden beide Substanzen vergleichend geprüft. Beide Medikamente zeigten eine vergleichbare Wirksamkeit bei nur geringfügig unterschiedlichen Nebenwirkungsraten; v.a. die Raten an Hautreaktionen und Durchfällen waren vergleichbar.


Price TJ, J Clin Oncol 2014 (online, early release article)

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST)

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST)


In einer Auswertung von Studien zur adjuvanten Therapie von GIST-Patienten mit Imatinib haben Joensuu und Mitautoren untersucht, welche Faktoren für ein häufiges Tumorrezidiv verantwortlich sind. Dies sind vor allem das Auftreten von GIST außerhalb des Magens sowie häufige Tumorzellteilungen/Mitosen. In einer Riskoklassifikation wurde beschieben, wie häufig Rezidive bei verschiedenen Patientengruppen sind. Hieraus ergeben sich wichtige Hinweise für die Sicherheitsbehandlung (adjuvante Therapie) mit Imatinib sowie die Nachsorgeuntersuchungen bei diesen Patientengruppen.


Joensuu H, Erikkson M, Hall KS, Hartmann JT, Pinkk D, Schütte J et al., Cancer 2014 (online, early release article)

Eierstock-Tumoren / Ovarialkarzinome


Eierstock-Tumoren / Ovarialkarzinome


In der sogenannten AURELIA-Studie wurde bei Patientinnen mit Platin-refraktärem Ovarialkarzinom geprüft, ob die zusätzliche Therapie mit dem Gefäßhemmstoff Bevacizumab zu einer Chemotherapie mit liposomalem Doxorubicin, Paclitaxel oder Topotecan die Zeit bis zum Fortschreiten der Tumorerkrankung verzögert. Die Tumorverkleinerungs-/Ansprech-/Remissionsrate bei Hinzunahme von Bevacizumab betrug 31% gegenüber nur 13% der mit alleiniger Chemotherapie behandelten Patientinnen. Die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung wurde durch Hinzunahme von Bevacizumab verdoppelt.


Pujade-Lauraine et al, J Clin Oncol , 2014 (online, early release article)

Eierstocktumoren / Ovarialkarzinome


Patientinnen mit einer Veränderung (Mutation) des BRCA1- oder BRCA-2 Gens weisen nicht nur ein erhöhtes Risiko für Brusttumoren / Mammakarzinome sondern auch für Eierstocktumoren / Ovarialkarzinome auf.  In einer  retrospektiven Studie wurde beobachtet, dass eine vorsorgliche (prophylaktische) Eierstockentfernung (Oophorektomie) bei BRCA-1/2-Patientinnen zu einer Verringerung des Eierstocktumor-/Ovarialkarzinom-Risikos um 80% führt.

Finch et al. J Clin Oncol 32: 1547-1553, 2014-05-25

8. Mai 2014


Chronische Lymphatische Leukämie (CLL)


Ibrutinib, ein Medikament zur Hemmung der Bruton-Tyrosinkinase, wurde bereits Ende 2013 in den USA zur Behandlung von Patienten mit Mantelzell-Lymphom zugelassen. Ibrutinib stellt ein wichtiges neues Medikament zur Behandlung von Non-Hodgkin-Lymphomen dar. Jetzt hat die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA Ibrutinib auch zur Therapie vorbehandelter Patienten mit CLL zugelassen. Die Ansprechrate mit Ibrutinib bei CLL Patienten betrug ca. 58% mit Ansprechdauern von ca. 6-24 Monaten. Eine Zulassung von Ibrutinib in Europa wird noch für 2014 erwartet.