1. Juni 2014

Mammakarzinome / Brustkrebs - prämenopausale Patientinnen - adjuvante antihormonelle Therapie (Ergebnisse der SOFT und TEXT Studien)

Mammakarzinome / Brustkrebs - prämenopausale Patientinnen - adjuvante antihormonelle Therapie (Ergebnisse der SOFT und TEXT Studien)

Bei postmenopausalen Patienten mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs wird nach Operation, Strahlentherapie und evtl. Chemotherapie eine antihormenlle Therapie mit Tamoxifen oder einem Aromataseinhibitor (z.B. Letrozol, Anastrozol oder Exemestan) durchgeführt. Bei prämenopausalen Patientinnen besteht die adjuvante antihormonelle Therapie bisher aus der Gabe von Tamoxifen für 5 Jahre und der evtl. zusätzlichen Ausschaltung der Eierstockfunktion (meist durch Medikamente, LHRH-Analoga; selten durch Operation oder Strahlentherapie der Ovarien/Eierstöcke) für die Dauer von 2-maximal 5 Jahren, wobei bislang nicht geklärt ist, ob die zusätzliche Ausschaltung der Eierstockfunktion einen Überlebensvorteil mit sich bringt. Diese Frage wird derzeit noch in Studien geprüft. In der aktuellen Analyse der IBCSG Studiengruppe von Daten der sog. SOFT und TEXT Studien wurde untersucht, ob eine 5-jährige antihormonelle Therapie mit Ausschaltung der Eierstockfunktion plus entweder Tamoxifen oder dem Aromatasehemmstoff Exemestan zu vergleichbaren Ergebnissen führt. Dabei zeigte sich, dass die Kombination von Eierstockunterdrückung plus Exemestan der Kombination von Eierstockunterdrückung plus Tamoxifen im Hinblick auf das krankheitsfreie Überleben nach 5 Jahren um ca. 3-4% überlegen ist. Eine genaue Untersuchung zur Lebensqualität mit diesen beiden Behandlungsmaßnahmen liegt dezeit noch nicht vor. Diese Ergebnisse zeigen, dass entgegen dem bisherigen Therapiestandard eine Kombination von Aromataseinhibitor (hier Exemestan) und vorübergehender Eierstockfunktionsausschaltung eine zumindest gleichwertige, sogar statistisch gering überlegene Therapiemaßnahme darstellen kann. Inwieweit sich der Vorteil beim krankheitsfreien Überleben eventuell auch auf die Gesamtüberlebensrate auswirkt, ist nach der bisherigen, ca. 5-6 jährigen Beobachtungsdauer dieser Studie noch unklar.

Pagani O et al., J Clin Oncol ASCO-Kongress 2014, late breaking abstract LBA1








Fortgeschrittene Prostatakarzinome - antihormonelle Therapie plus Chemotherapie

Prostatakarzinome 

Bei Patienten mit fortgeschrittener Metastasierung (Tochtergeschwülsten), z.B. Metastasen in inneren Organen oder mit zahlreichen Knochenmetastasen, führt die international übliche Behandlung mit einer antihormonellen Therapie zu einer deutlichen Prognoseverbesserung, die jedoch zeitlich begrenzt ist. Bei Fortschreiten der Erkrankung kommen neben anderen, neuen antihormonellen Medikamenten auch Zytostatika wie Taxane zum Einsatz, die die Erkrankung für einen ebenfalls begrenzten Zeitraum erneut aufhalten können. In einer Phase III-Studie, die beim diesjährigen ASCO-Kongreß (2014) vorgestellt wurde, wurde nun zum Beginn einer Behandlung eine alleinige antihormonelle Therapie mit einer Kombination von antihormoneller Behandlung plus dem Zytostatikum Docetaxel verglichen. Bei Patienten mit fortgeschrittener Metastasierung zeigte sich dabei, daß die Kombinationstherapie zu einem deutlichen Zugewinn der Überlebenszeit um ca. 17 Monate gegenüber alleiniger antihormoneller Therapie führte. Vorläufige Schlußfolgerung aus diesen Ergebnissen ist, dass eine solche Kombinationstherapie erwogen werden sollte, wenn der Allgemeinzustand der Patienten dies erlaubt und eine fortgeschrittene Metastasierung vorliegt.

Sweeney C et al., J Clin Oncol / ASCO-Kongreß 2014 (abstract LBA2)

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) - Langzeitüberleben

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) - Langzeitüberleben

Während ein Langzeitüberleben für GIST-Patienten mit metastasierter Erkrankung vor dem Jahr 2000 kaum erreichbar war, zeigte sich in einer neuen Auswertung einer der ersten großen internationalen Studien (SWOG/Intergroup S0033), in denen Imatinib bei GIST-Patienten geprüft wurde, daß kanpp ein Viertel der Patienten auch nach 10 Jahren noch überlebt. Etwa die Hälfte dieser Patienten hat ausschlielich eine Behandlung mit Imatinib erhalten, wobei evtl. Tumoroperationen und gezielte Strahlentherapien unter Umständen im Einzelfall zusätzlich zum Einsatz kamen. Wenngleich diese Ergebnisse insgesamt sehr erfreulich sind im Vergleich zu der Situation von vor ca. 10 Jahren, bleibt viel Forschungsarbeit zu erledigen, um diese Ergebnisse weiter stetig zu verbessern.

Demetri GD et al., J Clin Oncol / ASCO-Kongreß 2014 (abstract 10508)

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) - Ponatinib

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) - Ponatinib

Für Patienten mit GIST, die nach der Behandlung mit den 3 bereits zugelassenen Medikamenten / Tyrosinkinaseinhibitoren (Imatinib, Sunitinib, Regorafenib) ein weiteres Tumorfortschreiten aufweisen, steht bislang keine Substanz mit dokumentierter Wirksamkeit als zugelassenes Medikament zur Verfügung. Ponatinib, ein neuer Tyrosinkinasehemmstoff, der bereits bei der CML erprobt wird und gehäuft Gefäßkomplikationen aufweisen kann, wurde nun auch bei einer kleinen Zahl vorbehandelter GIST-Patienten geprüft. In einer ersten Analyse, die beim ASCO-Kongreß 2014 vorgestellt wurde,  zeigte sich, dass Ponatinib zumindest bei einem Teil der Patienten einen erneuten Wachstumsstop der GIST-Tumoren bewirken konnte. Unter den gebotenen Sicherheitsauflagen hinsichtlich möglicher Gefäßkomplikationen / Nebenwirkungen wird Ponatinib weiter geprüft werden.

Heinrich M et al., J Clin Oncol / ASCO-Kongreß 2014 (Abstract 10506)

Angiosarkome - Weichteilsarkome

Angiosarkome

In einer beim ASCO-Kongreß 2014 vorgestellten randomisierten Phase II Studie wurde bei Angiosarkomen, einer relativ seltenen Form von Weichteilsarkomen, eine alleinige Therapie mit wöchentlichem Paclitaxel mit einer Kombination von Paclitaxel und dem Gefäßhemmstoff Bevacizumab verglichen (AngioTax-Plus-Studie). Dabei zeigte sich für die Kombinationsbehandlung kein Vorteil im Hinblick auf die Ansprechrate, die Zeitdauer bis zum Fortschreiten der Erkrankung sowie der Übelebenszeit. 

Penel N et al., J Clin Oncol /ASCO-Kongreß 2014, abstract 10501

Chronische lymphatische Leukämie (CLL) - Ibrutinib und Ofatumumab - RESONATE Studie

Chronische lymphatische Leukämie (CLL)

In der RESONATE Phase III Studie wurden die Substanzen Ibrutinib (in Europa noch nicht zugelassen) und Ofatumumab (ein CD20-Antikörper) bei Patienten mit CLL bzw. kleinzellig lymphatischen Lymphomen (SLL) nach Versagen mindestens einer Vortherapie miteinander verglichen. Ibrutinib, ein Tyrosinkinase-Hemmstoff, der die sog. Bruton-Kinase hemmt, erwies sich dabei als signifikant überlegen, sowohl hinsichtlich des Tumoransprechens (Remissionsrate) als auch in Bezug auf das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben der Patienten. Diese Vorteile zeigten sich auch bei Patienten mit ungünstigen Chromosomenveränderungen sowie nach Versagen einer Therapie mit sogenannten Purinanaloga (z.B. Fludarabin). Ibrutinib wird in Zukunft auch aufgrund dieser Studienergebnisse eine wesentliche Bereicherung der Behandlungsmöglichkeiten bei CLL-Patienten darstellen.

Byrd JC et al., J Clin Oncol 32: 5s /ASCO-Kongreß 2014; LBA7008

Uterusmyome / Gebärmuttermyome /Leiomyosarkome des Uterus - Operation

Uterusmyome / Gebärmuttermyome /Leiomyosarkome des Uterus

Bei der operativen Entfernung der Gebärmutter aufgrund von ‚Myomen’ wird nicht selten eine Technik verwendet, bei der der Uterus noch in der Bauchhöhle zerkleinert (‚morcelliert’) wird. In seltenen Fällen (1 von 350) liegen jedoch nicht nur gutartige Myom-Wucherungen vor sondern auch Anteile bösartiger Entartungen, sogenannte Leiomyosarkome, die erst nach der Operation durch den Pathologen entdeckt werden. In diesen Fällen kann es somit zu einer Verschleppung/Ausbreitung  von Tumorzellen in der Bauchhöhle  und zu einer erheblichen Prognoseverschlechterung der Patientinnen kommen. Aus diesem Grund hat die US-amerikanische Behörde FDA empfohlen, auf die laparoskopische Morcellierung (Zerkleinerung) der Gebärmutter zu verzichten. Aus onkologischer Sicht handelt es sich dabei um eine sinnvolle Empfehlung, da die Tumorzellaussat durch die Zerkleinerung der Gebärmutter in der Bauchhöhle immer wieder zu einer Ausbreutung von Tumorgeschwülsten (Metastasen) und damit zu einer sehr schlechten Prognose dieser Patientinnen führt.

Brustkrebs / Brusttumoren / Mammakarzinome / HER-2 positive Mammakarzinome - Leitlinien

Brustkrebs / Brusttumoren / Mammakarzinome / HER-2 positive Mammakarzinome

Die US-amerikanische Fachgesellschaft ASCO (American Society of Clinical Oncology) hat neue Leitlinien für die Behandlung von Patientinnen mit HER2-positivem Mammakarzinom veröffentlicht. Diese betreffen die Therapie u.a. mit Trastuzumab, Pertuzumab, Lapatinib sowie mit TDM-1.

ASCO, J Clin Oncol, 2014-05-25

Lungentumoren / Bronchialkarzinome / Nichtkleinzellige Bronchialkarzinome / Plattenepithelkarzinome

Lungentumoren / Bronchialkarzinome / Nichtkleinzellige Bronchialkarzinome / Plattenepithelkarzinome

In einer Phase III-Studie (SQUIRE) an über 1000 Patienten mit fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom der Lunge wurde die Wirksamkeit des IGF-1 Antikörpers Necitumumab in Kombination mit einer Chemotherapie mit Platin/Gemcitabin geprüft. Dabei zeigte sich, dass die o.g. Chemotherapie plus Necitumumab zu einer Prognoseverbeserung gegenüber alleiniger Chemotherapie führte. Diese Ergebnisse könnten zu einer Zulassung von Necitumumab für die Erstlinientherapie dieser Art von nichtkleinzelligen Bronchialkarzinomen führen.

Proc. ASCO Kongreß, 2014-05-25

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) - PDGFR-Mutationen

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST)

Patienten mit GIST und einer Genveränderung /Mutation) im PDGFR-alpha-Gen (D842V) weisen normalerweise keine Empfindlichkeit für eine Therapie mit Imatinib auf. In einer Fallbeschreibung und Aufarbeitung der Veröffentlichungen der letzten Jahre wurde aktuell beschrieben, dass Patienten mit sehr ähnlichen Mutationen (Deletionen 842-844) sowohl auf Imatinib als auch auf andere Tyrosinkinaseinhibitoren ansprechen können. Diese Ergebnisse sind zwar nur für wenige GIST Patienten relevant, aber im Einzelfall von einer möglicherweise hohen klinischen Bedeutung und verdeutlichen, dass eine genaue Mutationsanalyse auch im Fall von PDGFR-Genveränderungen für den einzelnen Patienten wichtig sein können.

Fanta et al., J Clin Oncol 32, 2014-05-25

Eierstocktumoren / Ovarialkarzinome - BRCA-1/2

Eierstocktumoren / Ovarialkarzinome

Patientinnen mit einer Veränderung (Mutation) des BRCA1- oder BRCA-2 Gens weisen nicht nur ein erhöhtes Risiko für Brusttumoren / Mammakarzinome sondern auch für Eierstocktumoren / Ovarialkarzinome auf.  In einer  retrospektiven Studie wurde beobachtet, dass eine vorsorgliche (prophylaktische) Eierstockentfernung (Oophorektomie) bei BRCA-1/2-Patientinnen zu einer Verringerung des Eierstocktumor-/Ovarialkarzinom-Risikos um 80% führt.

Finch et al. J Clin Oncol 32: 1547-1553, 2014-05-25

Brusttumoren / Mammakarzinome – Bedeutung der Zeitdauer bis zum Beginn der adjuvanten Chemotherapie

Brusttumoren / Mammakarzinome – Bedeutung der Zeitdauer bis zum Beginn der adjuvanten Chemotherapie

Die Bedeutung der Zeitdauer nach einer Brustoperation bis zum Beginn einer Sicherheitschemotherapie (adjuvanten Chemotherapie) wir seit mehr als 10 Jahren diskutiert. In einer aktuellen Untersuchung des MD Anderson Cancer Center, Houston, wurde diese Frage erneut untersucht. Dabei zeigte sich, dass vor allem bei Patientinnen mit triple-negativem und HER2- positivem Mammakarzinom mit einer Prognoseverschlechterung zu rechnen ist, wenn sich der Beginn der adjuvanten Chemotherapie auf einen Zeitraum von mehr als 60 Tagen verzögert. Bei Patientinnen mit Stadium I ihres Mammakarzinoms fand sich kein nennenswerter Zusammenhang zwischen Beginn der Therapie und der Prognose. Im Stadium II fand sich jedoch bereits ein Anstieg der Häufigkeit von Fernmetastasen um ca. 18-20%, wenn sich der Beginn der Chemotherapie auf einen Zeitraum von > 31 Tagen verzögerte. Bei Patientinnen im Stadium III war die Prognoseverschlechterung besonders deutlich mit einem 76%igen Sterberisiko bei Verzögerung der Therapie um > 61 Tage. Besonders gravierend war der Unterschied bei Patientinnen mit triple-negativem Mammakarzinom mit einem erhöhten Sterberisiko von 54-74% bei Verzögerung der Therapie um > 31 Tage nach Operation. Auch Patientinnen mit HER2-positivem Mammakarzinom zeigten eine deutliche schlechtere Überlebenschance bei Therapieverzögerung, vor allem bei Verzögerung auf mehr als 60 Tage nach Operation. Die Schlussfolgerung der Autoren ist, dass vor allem bei Patientinnen mit Mammakarzinom im Stadium II und III sowie triple-negativem und HER2-positivem Mammakarzinom ein rascher Beginn der adjuvanten Chemotherapie wünschenswert ist.

 
De Melo Gagliato D, Gonzalez-Angulo AM, Lei X, et al. Clinical Impact of Delaying Initiation of Adjuvant Chemotherapy in Patients With Breast Cancer. J Clin Oncol. 2014 January 27. [Epub ahead of print].

Prostatatumoren / Prostatakarzinome

Prostatatumoren / Prostatakarzinome

Weiterhin ist nicht eindeutig geklärt, ob eine Operation (radikale Prostatektomie) oder eine Strahlentherapie die beste Therapie für Patienten mit lokalisiertem (örtlich begrenztem) Prostatakarzinom darstellt. In einer retrospektiven schwedischen Studie an > 35.000 Männern mit Prostatakarzinom wurden jetzt die Ergebnisse nach 15 Jahren veröffentlicht.

Die Wahrscheinlickeit, nach 15 Jahren an den Folgen des Prostatakarzinoms zu versterben, war nach Strahlentherapie etwa 3-fach höher als nach einer Operation. Dieser Vorteil zugunsten einer Operation war vor allem ersichtlich bei Männern jünger als 65 Jahre, solchen mit geringerer Nebenerkrankungsrate und Männern mit einem Prostatakarzinom mit intermediärem oder hohem Risiko.

Brustkrebs / Brusttumoren / Mammakarzinome - CDK4/6-Inhibitor

Brustkrebs / Brusttumoren / Mammakarzinome


In einer vielbeachteten Phase II Sudie, die beim kürzlichen AACR Kongreß vorgestellt wurde, wurde über die Wirksamkeit einer Kombinationstherapie mit der Substanz Palbociclib (einem CDK 4/6-Inhibitor) mit Letrozol bei Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem Mammakarzinom berichtet. Das progressionsfreie Überleben, die Zeitdauer bis zum erneuten Fortschreiten der Erkrankung, war mit der Kombination fast 1 Jahr länger als mit Letrozol allein. Aktuell wird die neue Substanz in einer Phase III-Studie weiter geprüft.

Eierstockstumoren / Ovarialkarzinome - MITO-7 Studie

Eierstockstumoren / Ovarialkarzinome


Die Standardtherapie bei Patientinnen mit operiertem Ovariakazinom beinhaltet nach der Operation eine 6-malige Chemotherapie mit Carboplatin plus Paclitaxel. Da diese Behandlung häufig zu Nebenwirkungen wie Haarausfall, neurologischen Problemen und Fatigue führt, wurde in einer Studie geprüft, ob eine Behandlung mit den selben Medikamenten, aber in niedriger, wöchentlicher Dosis verabreicht, zu gleich guten Ergebnissen bei besserer Verträglichkeit führt. In einer japanischen Studie (NOVEL Studie) wurde diese Frage bereits zuvor geprüft mit dem Ergebnis einer verbesserten Zeit bis zum Tumorfortschreiten bei wöchentlicher, niedriger Dosierung. In der aktuellen, italienisch-französischen Studie (MITO-7 Studie) wurde diese Frage bei 810 Patientinnen erneut analysiert. In der MITO-7 Studie zeigte sich, dass eine wöchentliche Therapie gleich gute Ergebnisse wie die 3-wöchentliche Therapie erzielte, die Nebenwirkungsraten jedoch nennenswert geringer waren.

Pignata et al., Lancet Oncol 2014 (online, in advance publication)

Adjuvante Chemotherapie (Sicherheitschemotherapie) bei Patienten mit Rektumkarzinom (Enddarm-Tumoren)

Adjuvante Chemotherapie (Sicherheitschemotherapie) bei Patienten mit Rektumkarzinom (Enddarm-Tumoren)


Die routinemäßige adjuvante, postoperative Chemotherapie nach präoperativer Chemo- und Strahlentherapie und Operation von Enddarmtumoren (Rektumkarinomen) bleibt weiter in der Diskussion. In einer aktuellen Studie der europäischen Krebsgesellschaft (EORTC 22921) wurde für die adjuvante Chemotherapie kein Vorteil für das krankheitsfreie und Gesamtüberleben verzeichnet. Diese Ergebnisse stimmen überein mit Ergebnissen einer italineischen, niederländischen und britischen Studie. Andererseits erhielten weniger als 43% der Patienten der EORTC 22921-Studie die vorgesehene Therapiedosis und etwa 25% der Patienten, bei denen eine adjuvante Chemotherapie erhalten sollten, erhielten keine Chemotherapie. Bis neue Studiendaten vorliegen, ist die Schlussfolgerung aus diesen Daten, dass die Anwendung einer adjuvanten Chemotherapie risikoadaptiert bei jedem Patienten individuell kritisch abzuwägen ist.


Bosset JF et al., Lancet Oncol 15: 184-190, 2014

Bauchspeicheldrüsentumoren / Pankreaskarzinome

Bauchspeicheldrüsentumoren / Pankreaskarzinome

 
Eine Sicherheitschemotherapie nach Operation eines Pankreaskarzinoms stellt einen Therapiestandard in der Behandlung von Bauchspeicheldrüsentumoren (Pankreaskarzinomen) dar. Die Durchführung einer solchen Sicherheitschemotherapie (adjuvanten Chemotherapie) ist oft problematisch, da die Erholung nach einer Bauchspeicheldrüsenoperation oft verzögert und schwierig ist. In einer retrospektiven Untersuchung (ESPAC-3) wurde geprüft, ob die konsequente Durchführung von 6 postoperativen Chemotherapiezyklen tatsächlich von Vorteil ist. Es zeigte sich, dass die Verabreichung der 6 geplanten Therapien prognostisch besser ist als eine Verabreichung von weniger als 6 Therapiezyklen. Dabei war es nicht von größerer Bedeutung, ob die Behandlung innerhalb von 8 oder 12 Wochen nach Operation begonnen wurde.


Valle JW et al., J Clin Oncol 2013

Plasmozytome / Multiples Myelom

Plasmozytome / Multiples Myelom
 
Eine der Standardtherapien für Patienten mit Plasmozytom (multiplem Myelom), die nicht für eine Stammzelltransplantaion in Betracht kommen, beinhaltet eine Kombinationstherapie von Melphalan, Prednison und Thalidomid (MPT). In der Phase III Studie TMM-020 / IFM 07 01 wurde die MPT Behandlung mit einer Therapie mit Lenalidomid und niedrig-dosiertem Dexamethason verglichen. Dabei zeigte der Behandlungsarm mit Lenalidomid+Dexamethason eine um 28% geringere Rate des Tumorfortschreitens als die Therapie mit MPT.


Facon T et al., Blood 122, a2, 2013

Keimzelltumoren / Hodentumoren / Hodenkarzinome

Keimzelltumoren / Hodentumoren / Hodenkarzinome


Bei Patienten mit Rückfall eines Keimzelltumors / Hodenkarzinoms wurde eine Kombinationschemotherapie mit Cisplatin, Ifosfamid und Gemcitabin geprüft. Mit dieser Kombination zeigte sich eine gute Rate kompletter Tumorrückbildungen oder Tumormarkernormalisierungen. Diese Kombination stellt in dieser Therapiesituation eine gute Behandlungsmöglichkeit und Therapiealternative zu einer Therapie mit Cisplatin, Ifosfamid und Paclitaxel (TIP) dar.


Fizazi K et al., Ann Oncol 25: 987-991, 2014

Chronische lymphatische Leukämie (CLL) - Idelalisib

Chronische lymphatische Leukämie (CLL)

 
In einer Phase III Studie wurde der neue Enzymhemmer Idelalisib in Kombination mit dem bewährten Antikörper Rituximab geprüft. Idelalisib ist ein Hemmstoff (Inhibitor) des Enzyms Phosphatidylinositol-3-Kinase. Patienten mit fortgeschrittener CLL wurden mit Rituximab plus Placebo oder mit Rituximab plus Idelalisib behandlt. Die Ansprechrate für die Kombination war mit 81% deutlich höher als mit Rituximab allein (13%); auch die nach 1 Jahr bestimmte Überlebensrate war mit der Kombinatio höher als mit Rituximab allein. Idelalisib ist somit eine weitere Substanz, die die Chancen für CLL-Patienten zukünftig erheblich verbessern könnte.


Furman RR et al., N Engl J Med 370: 997-1007, 2014

Zervixkarzinome / Gebärmutterhalskrebs /Gebärmutterhalstumoren

Zervixkarzinome / Gebärmutterhalskrebs /Gebärmutterhalstumoren

 
In einer Studie bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Zervixkarzinom wurde die Hinzunahme des VEGF-Hemmstoffs Bevacizumab zu einer Chemotherapie mit Cisplatin und Paclitacel geprüft. Dabei zeigte sich, dass die mittlere Übelebenszeit mit Hinzunahme von Bevacizumab verbessert werden konnte.

Tewari KS et al., N Engl J Med 370: 734-743, 2014

Chronische lymphatische Leukämie (CLL) - Obinutuzumab (GA101)


Chronische lymphatische Leukämie (CLL)
 
In einer Phase III Studie wurde der Antikörper Obinutuzumab (GA101) in Kombination mit Chlorambucil im Vergleich zu dem herkömmlichen Antikörper Rituximab (plus Chlorambucil) und mit Chlorambucil allein bei Patienten mit CLL und Begleiterkrankungen geprüft. Dabei erwies sich die Kombination von Obinutuzumab plus Chlorambucil in verschiedenen ‚Endpunkten’ als deutlich überlegen und stellt zukünftig einen neuen Therapiestandard in der Therapie von CLL-Patienten mit Begleiterkrankungen dar.
 

Goede V. et al., N Engl J Med 370: 1101-1110, 2014

Nachsorge bei Patienten mit Dickdarmtumor /kolorektalem Karzinom (FACS Studie)


Nachsorge bei Patienten mit Dickdarmtumor /kolorektalem Karzinom (FACS Studie)

In einer großen britischen Studie wurde der Wert einer Tumor-Nachsorge mittels Tumormarkerbestimmungen und Computertomographie (CT) bei Patienten mit operiertem Dickdarm-/ Enddarmtumor (kolorektalem Karzinom) geprüft. Dabei zeigte sich, dass der Anteil von Operationen mit Heilungsabsicht (kurative Intention) im Tumorrückfall höher war, wenn eine Nachsorge mit regelmäßigen Tumormarkerbestimmungen und/oder CT-Untersuchungen durchgeführt wurde.

Primrose JN et al., JAMA 311: 263-270, 2014

Harnblasentumoren / Urothelkarzinome /Harnblasenkarzinome

Harnblasentumoren / Urothelkarzinome /Harnblasenkarzinome

In einer retrospektiven Studie wurde der Effekt eine Sicherheitschemotherapie zusätzlich zu einer Operation eines Harnblasenkarzinoms geprüft. Die Anwendung einer zusätzlichen Sicherheitschemotherapie verbesserte die Überlebenschancen um 29%.


Booth CM et al., Cancer 2014 (online publication, in advance)

Eierstockstumoren / Ovarialkarzinome

Eierstockstumoren / Ovarialkarzinome


Die Europäische Zulassungsbehörde EMA hat eine neue Therapie für Patientinen mit Ovarialkarzinom und platinresistenter Erkrankung zur Zulassung empfohlen. Hierbei handelt es sich um das Medikament Vintafolid; ein kleines Molekül, das die bewährte Chemotherapiesubstanz Vinblastin an Tumorzellen mit Nachweis von Folatrezeptoren übermittelt. Die Therapie mit Vintafolid wurde in Kombination mit pegyliertem, liposomalen Doxorubicin in der PRECEDENT-Studie geprüft.

Follikuläre Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) (Lymphdrüsenkrebs)

Follikuläre Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) (Lymphdrüsenkrebs)
 
Bei Patienten mit fortgeschrittenem follikulären Non-Hodgkin-Lymphom wurden 3 Strategien geprüft: (1.) therapiefreie Verlaufsbeobachtung, (2.) Induktionstherapie mit Rituximab (4 mal alle 3 Wochen), oder (3.) Induktionstherapie mit Rituximab (siehe 2.) plus Erhaltungstherapie mit Rituximab alle 2 Monate für 2 Jahre. Therapiearm 2.) wurde nach kürzerer Zeit geschlossen. Im Vergleich der Therapiearme (1.) ‚therapiefreie Verlaufsbeobachtung’ und (3.) ‚Induktions- + Erhaltungstherapie mit Rituximab’ waren nach 3 Jahren 46% der behandlungsfreien Patienten und 88% der Patienten im Therapiearm (3.) ohne neue Behandlung (Chemotherapie). Diese Studie zeigt, dass eine Therapie mit dem Antikörper Rituximab die Zeitdauer bis zur Chemotherapie deutlich verbessern/verlängern kann und daher bei Patienten mit fortgeschrittenem follikulärem NHL als eine Alternatibe zur therapiefreien Verlaufsbeobachtung zu erwägen ist.


Ardeshna K.M., et al. N Engl J Med 15: 424-435, 2014-05-07